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Gutes Planen hilft

Die Praxis ist der Lackmustest. Hier zeigt sich, wer einen Businessplan zur Hand hat und welcher Art dessen Qualität ist. Wie präsentiert sich die Situation in der Praxis? Das wollten wir von Andreas Langenegger, Direktor Privat- und Firmenkunden, Schwyzer Kantonalbank, Schwyz, wissen. Wir stellten ihm fünf Fragen zum Thema Businessplan.

Worin sehen Sie den grössten Nutzen eines Businessplans?

Der Businessplan vermittelt einen ausgezeichneten Überblick über eine Firma und beantwortet alle Fragen zum Geschäftsmodell, zu den Marktleistungen, den Produkten, der Organisation, der Strategie und der Führung eines Unternehmens. Die Investitionen und die zentralen Ertrags- und Kostentreiber sind analysiert. Die im Anhang beigefügten IST-Werte und Planzahlen werden qualitativ umschrieben. Mit anderen Worten: Der Leser des Businessplans erhält einen guten Einblick in die Firma und die Absichten der Eigentümer.

Wie hoch ist der Anteil Ihrer Kunden, die einen Businessplan mitbringen?

Insgesamt bringen nur ca. 10 % der Firmenkunden einen schriftlich abgefassten Businessplan mit. Viele haben ihn im Kopf. Bei Neugründungen von Firmen und bei Nachfolgeregelungen und Fusionen ist ein Businessplan aber unabdingbar. Bei einer neuen Bankbeziehung hilft ein Businessplan, die Firma kennen und vor allem verstehen zu lernen.

Welche Rolle spielt der Businessplan für das Rating eines Kreditnehmers?

Ein Businessplan gibt bei der Beurteilung der nicht-finanziellen Faktoren im Rating zu den Themenkreisen Management/Eigentümer, Unternehmung, Markt und Finanzen wertvolle Antworten. Er hilft somit dem Kundenberater und dem Kreditentscheider der Bank, ein fundiertes Urteil über eine Firma differenziert zu fällen und das Rating objektiv zu definieren. Es kann durchaus sein, dass ein Rating aufgrund eines Businessplans besser ausfällt als eines ohne.

Wie sieht die Qualität der Business­pläne aus, die Ihnen eingereicht werden?

Die Struktur der Businesspläne, die wir bekommen, ist in der Regel gut. Es werden alle wichtigen Punkte zu einer Unternehmung abgedeckt. Der textliche Inhalt weist jedoch bei weitem nicht immer die erforderliche Qualität auf, damit ein Dritter sich ein Bild von einer Firma machen kann. Die finanziellen Planungsbeilagen geben nicht immer ein plausibles Bild der Planung wieder, die im Textteil beschrieben ist. Man spürt zum Teil förmlich, dass der Finanzteil durch den Treuhänder erstellt wurde und nicht immer mit dem Rest korrespondiert.

Welche Aspekte eines Businessplans sind für Sie die wichtigsten?

Das ist die zentrale Frage! Alle wesentlichen, firmenspezifischen strategischen, normativen und operativen Themengebiete sollen angesprochen werden. Wichtig ist für die Bank, dass die finanzielle Planung nicht nur in einer Variante erstellt wird, sondern dass in Szenarien gedacht und geplant wird: «realistic case», «worst case», «best case». Und die Wachstums-Szenarien sollten kritisch hinterfragt werden, ob sie auch realistisch sind. Ein Vergleich mit Branchenkennzahlen hilft bei einer Plausibilisierung.

Datum:05.06.2009
Business News Ausgabe:2009/2
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